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Chrysemis picta bellii

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Panzer speichert Milchsäure

Schildkröten nutzen Knochen zur Neutralisierung des Abfallstoffes

 

Wasserschildkröten können monatelang die Luft anhalten. Im Herbst verkriechen sie sich auf den Grund des Gewässers und tauchen erst wieder auf, wenn das Eis geschmolzen ist und die Frühlingssonne für angenehme Temperaturen sorgt.

Während der Winterruhe muß die Schildkröte auf das Atmen verzichten und ihren Energiebedarf durch Milchsäuregärung decken. Zwar läuft ihr Stoffwechsel dabei auf Sparflamme, doch im Laufe der Zeit sammeln sich beträchtliche Mengen Milchsäure in ihrem Körper an.

Dabei gebrauchen die Schildkröten ihren Knochenpanzer, um die Säure unschädlich zu machen, wie Donald Jackson von der Brown University in Providence/Rhode Island bei der Art Chrysemis picta bellii beobachtete.

Die Zierschildkröte bewohnt kleine Seen im Norden der Vereinigten Staaten und im Süden von Kanada. Da die Winter dort lang sind, bleibt sie bis zu fünf Monate im Schlamm verborgen. Jackson hielt einige Tiere in seinem Labor 3 Monate lang ohne Sauerstoff in 3 Grad kaltem Wasser.

Wie zu erwarten, überstanden die Versuchstiere die Atempause gut. Der Milchsäuregehalt ihres Blutes stieg indes auf das Neunzigfache an (The Journal of Experimental Biology, Bd. 200 S. 2295).

Eine lebensbedrohliche Übersäuerung des Blutes wurde verhindert, da gleichzeitig die Konzentration von Kalium, Kalzium und Magnesium zunahm.

Andere Tiere können ebenfalls bei Bedarf Kalzium- und Magnesiumkarbonate aus den Knochen freisetzen und so überschüssige Säure neutralisieren. Bei den Schildkröten aber leistet der massive Panzer noch einen zusätzlichen Beitrag, indem er einen großen Teil der entstehenden Milchsäure speichert.

Nach drei Monaten unter Wasser enthält er rund sechsundzwanzigmal soviel Milchsäure wie üblich. Insgesamt speichern die abgetauchten Zierschildkröten fast die Hälfte der Milchsäure in ihrem Panzer.

Da nur ein geringer Teil der Milchsäure in Form einer wäßrigen Lösung gespeichert wird, ist vermutlich das meiste an die Mineralien des Knochens gebunden.

Quelle FAZ

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