Rückruf-Service

E-Mail

BuiltWithNOF
Vogelspinnen

zurück

Inhaltsverzeichnis

weiter

In der Mitte des Fotos (Ansicht von unten), sieht man die Mundöffnung und oben die beiden dolchartigen Chelizeren (Beißwerkzeuge) der Vogelspinne.

Mit den Chelizeren werden Gift und Verdauungssäfte in die Beute gepumpt. Danach saugt die Vogelspinne das verflüssigte Opfer aus.

INFOS ÜBER DIE GIFTIGKEIT VON VOGELSPINNEN


Toxikologie

echte Vogelspinnen = Fam. Theraphosidae

Zur Zeit sind ungefähr 900 Vogelspinnenarten weltweit bekannt.
TARANTEL ist keine Vogelspinnenart, es werden aber auch
Vogelspinnen fälschlich Tarantel genannt (engl.Tarantula)


Nur wenige Vogelspinnen-Arten können außer Lokalreaktio-
nen systemische neurologische Wirkungen hervorrufen
(Poecilotheria sp., Selenocosmia sp., Pterinochilus sp.,
Stromatopelma sp.)
ist der (lateinische!) Gattungsname nicht bekannt ist
die Vogelspinne vorsichtshalber hier einzuordnen
gewöhnlich sind Vogelspinnenbisse ungefährlich außer der
Brennhaar-Kontakt: stark reizende Haare werden vom Hin-
terleib abgestreift u. unterschiedlich weit geschleudert

Europäische Vogelspinnen = Ischnocolus sp.,

Italien:Ischnocolus triangulifer

Portugal: Ischnocolus holosericus, I. valentinus

Spanien: Ischnocolus andalusiacus, I. holosericus, I. valentinus

Macrothele calpeiana

Türkei, Syrien, Zypern, Ägypten: Chaetopelma aegyptiacum, ist mit bis zu 6 cm Körperlänge die größte Vogelspinne Europas. Unterfamilie der Ischnocolinae.

Bißunfälle
bisher nicht beschrieben, deshalb Verlauf unbekannt
(Vorkommen: Süditalien, Spanien, Portugal)



Anmerkung: Mir liegt vom 21.09.03 eine eMail vor, in der ein Bißunfall beschrieben wird. Orginaltextauszug:

Nachricht


Ihre site ist hilfreich! Habe Info für Sie: mein Mann wurde bereits zweimal von vermutlich einer Ischnoculus andalusiacus gebissen. (Nähe Malaga)
Symptome am Fuß-Zehen: Entzündung, die Haut wurde ganz dünn und löste sich ab, Schmerzen; dann ab in die Klinik...
Nun haben wir endlich eines der netten Tierchen gefunden - es war allerdings schon tot. Kann Ihnen gerne ein Bild schicken
Grüße Gabriele
      Bild ansehen                

 



Symtome nach Vogelspinnenbissen

Lokal: Schmerzen, meist wie Bienen/Wespenstich, evtl.
schmerzlos bis extrem stark (z. B. Selenocosmia sp.);
länger dauernd ( meist bis 30 min; Poecilotheria sp. bis
8 Tage!); Schwellung bis massives Ödem und Lymphknoten-
schwellung möglich! (2)
lokale Symptome werden z.T. auch rein mechanisch durch
Giftklauen der Spinne verursacht!


Cor: Hypotonie bei empfindlichen Patienten möglich
Neuro: Pat. meist sehr aufgeregt, daher oft psychisch
bedingte zusätzliche Symptome
Poecilotheria sp. verursacht Muskel-Krämpfe am ganzen
Körper mit Atemnot für 1d (7), Schwellungen in Umgebung
der Bißstelle bis zu 8 d; Schmerzaustrahlung in lokale
Lymphknoten möglich (2)


Symptomatik tritt evtl. zum Biß verzögert auf (2).
Stromatopelma sp.: Muskelfaszikulieren (eigener Fall). Pterinochilus sp. verursacht starkes Brennen über 1 h
(2), Schmerzausbreitung bei Biß in Hand aufsteigend bis
zu axillären Lymphknoten berichtet; darauffolgend Taub-
heitsgefühl (5)
Selenocosmia sp.: Muskelkrämpfe mit folgendem Kollaps (2)
und Übelkeit (6)

Tierversuch: auf Mäuse wirkt das Gift der Vogelspinnen
hypnotisch bis sedativ (2), beim Menschen wurde solch
eine Wirkung nie beobachtet.

Brennhaarkontakt:
Haut: Urtikaria, papuläre Dermatitis, Juckreiz kann meh-
rere Monate anhalten! (1)

Auge: Keratitis, Konjunktivitis, Iritis, chorioretinale
Narbenbildung (1)

Pulmo: nach Aspiration Atembeschwerden (3); Fremdkörper-
reaktion und Pneumonien.

Therapie

Patient beruhigen! TETANUSPROPHYLAXE;
1 Tag in Klinik beobachten, nicht nötig bei Vogel-Spinnen
Lokal Giftige

Lokal: Wunde säubern, auf Superinfektion achten
Muskelkrämpfe: in einem Fall war Ca + Mg iv + Baclofen
wirksam und verbesserte auch die Atemsituation (7)

Auge-Lokal:
Brennhaar-Kontakt: Auge-Spaltlampenuntersuchung; topische
Kortikosteroide empfohlen bei Augenkontakt mit langsamer
Dosisreduktion über Monate; Besserung der Entzündung in
48 h; Resorption über 10 Mon. (1)

Toxin

Glutaminsäure, Gamma-Amino-Buttersäure, stark basische
Verbindungen (Spermin, Trimethyldiamin +
p-Hydroxyphenylbrenztraubensäure), Putreszin, Kadaverin.(4)
Pterinochilus sp.-Gift enthält Neurotoxin (2)

Vorkommen
weltweit im tropischen und subtropischen Bereich

Beschreibung

Spinnen von 1 bis 12 cm Körperlänge (Messung incl. Chelizerenansatz) und Beinspannweiten bis ca. 30 cm. Die größte Vogelspinne ist Theraphosa leblondi, Verbreitungsgebiet Brasilien, Französisch-Guyana und Venezuela.

Da Jungtiere der verschiedenen Arten oft klein sind und es auch andere z.T. gefährliche sehr große Spinnen gibt (z.B. Atrax sp.,
Phoneutria sp.), sollte im Falle eines Bisses mit Symptomen
immer das Tier von einem Fachmann identifiziert werden und
der Patient in ein Hospital zur Überwachung.


Achtung!!  Manchmal gelangen auch mit den Theraphosiden
verwandte Arten in die Hände von Liebhabern. Daher der
Bezeichnung "Vogelspinne" immer skeptisch gegenüberstehen. Wird die Spinne als nackt oder kurz behaart und/oder ihr
Chitinpanzer als glänzend beschrieben, so kann es sich
leicht um eine andere Familie handeln (Falltürspinnen,
Kammspinnen etc.).

Außerdem haben Vogelspinnen meist relativ
dicke Beine (Ausnahmen: Jungtiere, Crypsidromus sp.,
Cyriocosmus sp. (Zwergvogelspinne)
.

Namensverwechslung mit Tarantel

Hier werden nur "echte" Vogelspinnen (Fam. Theraphosidae)
behandelt. Der Begriff "Taranteln" stammt vom englischen
"Tarantula". Das deutsche Wort "Tarantel" und das
italienische "Tarantella" beziehen sich allerdings auf eine
Gruppe von Wolfsspinnen (Lycosidae), die extra abgehandelt
werden!

Deshalb bei "Tarantel" immer nachfragen, ob das Tier
im Zoogeschäft gekauft wurde (dann meist Vogelspinne) oder
ob der Biß in Südeuropa passiert ist (praktisch nie
Vogelspinnen-, aber häufig Tarantelbisse!)

Anmerkung: Da die Chelizeren der Vogelspinnen oft mit Bakterien besiedelt sind, kann es bei einem Biß zu einer Blutvergiftung kommen.


Vogelspinnen - Haltung


Der Halter braucht für dieser Tiere keine gesonderte behördliche Genehmigung. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass nahezu von jedem Tier eine gewisse Gefährdung ausgeht, können nur solche Tiere als gefährlich eingestuft werden, von denen Verletzungen mit Intensität und Dauerhaftigkeit für den Menschen ausgehen. Bei Vogelspinnen kann sich ein ernsthaftes Gefahrenpotential für den Menschen nicht einstellen, außer bei Allergikern.

Die von dem Gift der Vogelspinnen ausgehenden Auswirkungen sind so gering, dass keine tatsächliche Gefahr besteht. Das Gift ist in seiner Intensität nicht stärker als das Gift von einheimischen Wespen oder Bienen. Deshalb ist es unverhältnismäßig, solche Tiere einer besonderen Genehmigungspflicht zu unterwerfen.
Gerichtsurteil: VG Ansbach, Az.: 5 K 97.00682


Synonyme

Theraphosidae; Echte Vogelspinnen; Vogelspinnen, echte;
Vogelspinne, europäische; Vogelspinne, Mittelmeergebiet;
Europäische Vogelspinne; Zwergvogelspinne;


Leopardvogelspinne; Pavianspinne; aranas peludas; aranas de
caballo; aranas mata caballos; matacaballos; Mygales; bird
eating spiders; Baboon spider; Araignees-crabes; Aranas
pollitos; Aranas revienta caballos; Nandu-guassu;
Nandu-cavallu; Ana-rymba; Ischnocolinae; Ischnocolus sp.;
Cratorrhagus sp.; Plesiophrictus sp.; Neoplesiophrictus sp.;
Heterothele sp.; Chaetopelma sp.; Nesiergus sp.;


Selenogyrinae; Euphrictus sp.; Selenogyrus sp.;
Annandaliella sp.; Spelopelma sp.; Acanthopelma sp.;
Hemirrhagus sp.; Holothele sp.; Oligoxystre sp.; Cyriocosmus
sp.; Hapalotremus sp.; Homoeomma sp.; Crypsidromus sp.;
Metriopelma sp.; Cyclosternum sp.; Ceropelma sp.;
Dryptopelma sp.; Cyrtopholis sp.; Ozopactus sp.; Schizopelma
sp.;

Pseudhapalopus sp.; Hapalopus sp.; Stichoplastus sp.;
Theraphosinae; Citharacanthus sp.; Sphaerobothria sp.;
Paraphysa sp.; Megaphobema sp.; Eupalaestrus sp.; Xenesthis
sp.; Nhandu sp.; Avicularinae; Pachistopelma sp.; Ephebopus sp.; Tapinauchenius sp.; Eumenophorinae; Citharischius sp.;
Monocentropus sp.; Myostola sp.; Eumenophorus sp.;
Anoploscelus sp.; Phoneyusa sp.;

Hysterocrates sp.;
Loxomphalia sp.; Loxoptygus sp.; Batesiella sp.; Encyocrates
sp.; Polyspina sp.; Stromatopelminae; Stromatopelma sp.;
Heteroscodra sp.; Harpactirinae; Ceratogyrus sp.; Harpactira
sp.; Eucratoscelus sp.; Pterinochilus sp.; Coelogenium sp.;
Ornithoctoninae; Ornithoctonus sp.; Haplopelma sp.;
Citharognathus sp.; Phormingochilus sp.;

Cyriopagopus sp.;
Lampropelma sp.; Selenocosmiinae; Selenocosmieae;
Lyrognathus sp.; Phlogiellus sp.; Selenostholus sp.;
Orphnaecus sp.; Selenotypus sp.; Coremiocnemis sp.;
Selenocosmia sp.; Chilobrachys sp.; Chilocosmia sp.; singing
tarantula; Poecilotherieae; Poecilotheria sp.;


Thrigmopoeinae; Haploclastus sp.; Thrigmopoeus sp.;
Blauzahn-Vogelspinne; Adranochelia sp.; Anoploscelus sp.,
Avicuscodra sp.; Barropelma sp.; Batesiella sp.; Butantania
sp.; Cenobiopelma sp.; Chaetorhombus sp.; Cyclothoracoides
sp.; Davus sp.; Dolichothele sp.; Encyocratella sp.;
Erythropoicila sp.; Eurypelmella sp.; Euthycaelus sp.;
Goniodontium sp.; Hemiercus sp.;

Heterophrictus sp.;
Idiothele sp.; Ischnocolella sp.; Lasiopelma sp.; Leptopelma
sp.; Magulla sp.; Melloleitaoina sp.; Melognathus sp.;
Melopoeus sp.; Metriopelma sp.; Monocentropella sp.;
Neischnocolus sp.; Neochilobrachys sp.; Pelinobius sp.;
Phlogiodes sp.; Plesiopelma sp.; Proshapalopus sp.;
Pterinochilides sp.; Schismatothele sp.; Scodra sp.;
Scopelobates sp.; Sickius sp.; Tmesiphantes sp.

Verweis

Spinnen giftige; Spinnen giftige Afrika; Spinnen giftige
Südamerika; Spinnen giftige Nordamerika; Spinnen giftige
Südostasien; Spinnen giftige Australien; Spinnen giftige
Europa; Vogelspinnen; Bananenspinnen; Tiere giftige

Literatur

1. Junghanss, T., Bodio, M., Notfall-Handbuch Gifttiere,
Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1996
2. Schmidt, G., Giftige und gefährliche Spinnentiere,
Westarp Wissenschaften, Magdeburg 1993. Rankin, W., Walls, J., Vogelspinnen und Skorpione im
Terrarium, bede-Verlag, Ruhmannsfelden, 1995
4. Schmidt, G., Vogelspinnen, Landbuchverlag, Hannover, 1993
6. Toxic Plants and Animals - a Guide for Australia,
Queensland Museum, South Brisbane, 1987

 

zurück

Inhaltsverzeichnis

weiter